Unsere Konzertreihe geht in die achte Runde und ich nehme das zum Anlass mich hier einmal persönlich zu bedanken bei allen, die den Blue Monday nicht nur ermöglicht, sondern ihn zu einem echten Erfolg werden zu lassen haben. Vielen Dank Peter Baumgärtner, Monika Doerr, Ralph G. Kraemer, Volker Hillebrand, René Richter, Silvana Römer und ihrer Familie, Willy Thom und seiner Familie, ..... aber zuallererst danke ich meinen fantastischen Kollegen für die aufregende Musik!
Axel Fischbacher
Ich erlebe als Musiker oft, daß gerade solche Zuschauer, die mehr oder weniger zufällig in ein gutes Club-Jazzkonzert geraten sind, nachher vor Begeisterung sprühen, weil sie: „ gar nicht wussten, dass es so was gibt!“ womit nicht nur gemeint ist, daß sie nicht im geringsten damit gerechnet hatten, ausgerechnet an "diesem" Ort etwas so Spannendes zu erleben, sondern vor allem, daß ihnen der moderne Jazz als Kunstrichtung an sich bislang vollständig unbekannt war und sie, gebremst von den oben genannten Vorurteilen, stets einen Bogen um Jazzkonzerte gemacht hatten. Im Gegensatz zur marktschreierischen Popmusik, ist der Jazz in den Medien nur wenig vertreten. Schon sich zu informieren, verlangt also seinen Liebhabern einiges an Aufwand ab. Welche CDs gibt es? Welche Radiosendungen ? Aber vor allem: Wo sind wann welche Konzerte? Was gibt’s Live?
Der Aufwand lohnt sich, denn in den Konzerten der Jazzer geht was ab. Live gespielt, entwickelt der Jazz seine wahre Stärke. Der zeitgenössische Jazz ist „ die Livemusik überhaupt“. Sein Reichtum an Spielarten und Klangfarben ist nicht zu überbieten. Hier wird inspiriert, mit Risikofreude und virtuosem Können aus dem Moment heraus Musik gestaltet. Jazz im modernen Sinne grenzt keine Musikrichtung aus. Er ist ein Spiel mit den musikalischen Elementen. Alle Stile klingen an. Natürlich Swing, Bebop und New Orleans-Jazz, aber ebenso Hiphop, Funk, Rock, Pop, Ambient, Reggae und Wer-Weiss-Was-Alles-Noch werden verarbeitet und beim Spielen verändert und erweitert.
Gerade bei kleinen Clubkonzerten, bei denen es ungezwungen zugeht und weder eine hohe Bühne noch feste Stuhlreihen die legere Atmosphäre stören, ist die Spiellaune der Musiker oft auf höchstem Niveau. Das Blue Note bietet eine solche Clubathmosphäre in Reinkultur. Beim Blue Monday verwirklicht sich der Geist des Improvisierens auf wirklich besondere Art. Alle Bands bestehen aus Spitzensolisten, sind speziell für den Blue Monday zusammengestellt und existieren nur für dieses eine Konzert. Geprobt wird nicht. Hier gibt es die wirklich seltene Gelegenheit, gestandene Profimusiker in einer echten Jam-Session-Situation zu erleben. Ich habe im Herbst 2010 wieder das sehr große Vergnügen, im Blue Note mehr als zwanzig der renommiertesten Sidemen und Jazzsolisten der deutschen und internationalen Szene präsentieren zu dürfen und wünsche auch Ihnen viel Freude an echter Musik bei unserem Blue Monday.
Axel Fischbacher