Jürgen Dahmen – Fender Rhodes Piano

 

 

Es gibt, glaube ich, kein Instrument, dass ich nicht mag und kaum eine Musikrichtung, die mich nicht erreicht. Allerdings sollte sie gekonnt und mit Herz gespielt sein. Ich habe es bis heute nicht geschafft, mich auf ein einziges Instrument festzulegen. Warum auch? Virtuosität interessiert mich nicht so sehr. Ausser in Klavier u. Geige, die ich heute nicht mehr spiele, habe ich keinen Instrumentalunterricht genossen. Ein wichtiger Lehrer war der Herr Löffler, ein Kantor, der sich beim Unterricht immer die Zeit nahm, meinen Improvisationen zu lauschen, um sie zu kommentieren und mich technisch zu verbessern . Und dann gab es da auch die Kirchenorgel. Zu dieser Zeit spielte ich bereits in diversen Bands unterschiedliche Instrumente, Gitarre, Schlagzeug, ein Hohner Clavinet, Geige. Wir spielten zum grössten Teil eigene Stücke im Cream-, Softmachine-, Hendrix- (der Held) Stil. Ab Mitte der 70er wurde Jazz für mich immer wichtig. Improvisieren, zuhören, reagieren, mit zunehmender Reife auch dosieren, sind die wesentlichen Bestandteile.

Nach einem Konzert im Düsseldorfer Hofgarten traf ich „Big“

Fletchit Campbell, Schlagzeuger, Komponist und Arrangeur. In

Panama geboren und zur Bebop Zeit in New York, wandelnde Jazz-

geschichte. Er engagierte mich als Pianist für sein Trio. Ich habe durch diese Zusammenarbeit auch afrokubanische Musik näher kennenlernen dürfen. Trotz oder wegen einer Altersdifferenz von nahezu 40 Jahren, waren wir gute Freunde. Die folgenden Jahre spielten wir Clubgigs und Konzerte von Konstanz bis Malmö. Zu dieser Zeit war ich wohl doch ein ziemlicher Jazz-Purist, mal abgesehen vom Rocktheater der da Capo Movie Band (links im Bild). Aber es gab auch folk-, afrikanische-, elektronische-, esoterische-, multimediale- Phasen. Ich bereue keine dieser Aktivitäten.Mein heutiges Leben als Komponist, Instrumentalist und Produzent ist die Essenz aus all diesen Erfahrungen. Andererseits gibt es auch noch viel auszuprobieren und zu lernen .